Black-Box Syrien – Die syrische Vielfalt im Fokus

Datum/Zeit
Datum - 22.09.2018
18:00 - 20:00 Uhr


Black-Box Syrien

Die syrische Vielfalt im Fokus

 Samstags, 1. September bis 6. Oktober 2018, 18.00 bis 20.00 Uhr

Alle Veranstaltungen werden Arabisch/Deutsch simultan übersetzt.

Syrien ist ein Vielvölkerstaat, im Norden des Landes sind die Kurd*innen konzentriert, im Süden die Druz*innen und an der Mittelmeerküste die Alawit*innen. Christ*innen, Turkmen*innen und Armenier*innen verteilen sich auf das gesamte Staatsgebiet. Darüber hinaus gehören auch Angehörige sehr kleiner Gruppen wie Tscherkess*innen, Ismailit*innen und Yezid*innen zum syrischen Volk. Gemeinsam machen die ethnischen, sprachlichen und religiösen Minderheiten Syriens etwa vierzig Prozent der Bevölkerung aus. Ihre Vielzahl ist Grundlage der Vielfalt Syriens, ihre verschiedenen Sprachen und Glaubensrichtungen stellen einen wichtigen Teil des kulturellen Reichtums des Landes dar. Jede Gruppe hat ihre individuelle(n) Geschichte(n), welche ihre Position(en) im aktuellen Kriegsgeschehen prägen.

Mit der Veranstaltungsreihe „Black-Box Syrien“ möchten wir den Fokus auf die kulturelle Vielfalt Syriens lenken. Die ethnischen, religiösen und sprachlichen Gruppen, die nicht zur sunnitisch-arabischen Mehrheit gehören und häufig keine Stimme in der Öffentlichkeit haben, sollen im Mittelpunkt stehen. Die Teilnehmer*innen an den Veranstaltungen werden sich an folgende Fragen orientieren:

  • Was hat es persönlich für Sie bedeutet als „Kurd*in, Armenier*in etc.“ in Syrien aufzuwachsen? Was haben Sie sich erhofft, als die Demonstrationen 2011 begannen?
  • Wie positioniert sich die Gruppe, der Sie sich zugehörig fühlen, im aktuellen Kriegsgeschehen? Was bedeutet der Krieg für Ihre Gruppe?
  • Was sind Ihrer Auffassung nach die zentralen politischen Forderungen Ihrer Gruppe für den Aufbau des syrischen Staates?

Einige der Sprecher*innen werden als Repräsentat*innen ihrer Institution auftreten, während uns andere ausschließlich an ihrer individuellen Perspektive teilhaben lassen. Im Rahmen der letzten Veranstaltung werden Teilnehmer*innen der Dialogworkshops des Europäischen Zentrums für Kurdische Studien die seit Juli 2016 von ihnen erarbeiteten Prinzipien für eine zukünftige syrische Verfassung vorstellen. Wir freuen uns auf eine Vielzahl syrischer Perspektiven!

  1. September 2018: Syrer/Assyrer

Auf dem Podium werden an diesem Abend Dr. Yousuf Kouriyhe und Aziz Said sitzen. Dr. Kouriyhe ist Lehrbeauftragter für Syrisch-Aramäisch, Syrisch-Aramäische Literaturgeschichte und Arabisch an der Freien Universität Berlin. Er ist außerdem freier Mitarbeiter der Deutschen Welle und Programmdirektor bei Suroyo TV. Aziz Said ist Vorsitzender des Zentralverbandes der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Europa. Die Moderation übernimmt Yahya Alaous. Er ist Journalist aus Syrien und schreibt u.a. für die Süddeutsche Zeitung.

  1. September 2018: Druzen und Yeziden

An diesem Abend gibt es dreifache Frauenpower. Dr. Najat Abdul Samad ist Ärztin, Schriftstellerin und Übersetzerin. In Syrien engagierte sie sich für die Belange von Frauen. Mesgin Josef, wurde in Afrin geboren und ist Vorsitzende des Rates syrischer Yeziden und Mitglied der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Der Abend wird moderiert von Katharina Lack, die von 2015 bis 2017 das Beraterteam des UN-Sondergesandten Staffan de Mistura unterstützte (angefragt).

  1. September 2018: Alawiten und Ismailiten

An diesem Abend laden wir Ahmed Khalil auf das Podium. Er ist Schriftsteller und verbrachte unter dem Assad-Regime zehn Jahre im Gefängnis. Außerdem wird Mustafa Allush sprechen, er studierte Pädagogik an der Universität Damaskus und arbeitete zudem viele Jahre als Journalist. Als Moderator ist Ilyas Saliba von Amnesty International angefragt.

  1. September 2018: Armenier und Tscherkessen

Michele Sirup studierte Soziologie an der Universität Damaskus. Er ist Schriftsteller und verbrachte unter dem Assad-Regime zehn Jahre im Gefängnis. Nart Abd Al-Karim ist freier Journalist und insbesondere spezialisiert auf die Geschichte der Armenier. Safi Alaa Eddin, Vorsitzender von Mada e.V., wird die Podiumsteilnehmer durch den Abend begleiten.

  1. September 2018: Kurden und Turkmenen

Hussein Abdulla ist Gründungsmitglied des größten Bündnisses der syrischen Opposition Etilaf. Darüber hinaus gehört er zu den Gründern des syrisch-turkmenischen Rates. Siamend Hajo hat an der Freien Universität Berlin Politikwissenschaften studiert und ist der Vorsitzende der Kurdischen Zukunftsbewegung in Syrien. Moderieren wird diesen Abend Reinhard Fischer, er arbeitet für die Landeszentrale für politische Bildung in Berlin.

  1. Oktober 2018: Der Weg zu einer neuen Syrischen Verfassung

Am letzten Abend der Veranstaltungsreihe wird eine Gruppe von Teilnehmer*innen der Dialogworkshops des Europäischen Zentrums für Kurdische Studien anwesend sein. Sie stellen die Eckpunkte einer möglichen syrischen Verfassung vor, an der sie bereits seit 2016 arbeiten. Der Abend wird moderiert von der Expertin für Verfassungsrecht und Minderheitenschutz Prof. Dr. Eva-Maria Belser.